Gastbeitrag – Wissen aus dem Internet fischen

geschrieben am 11-07-2010
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Heutzutage hat man es als Schüler oder Student relativ einfach, denn durch das Internet ist man nicht mehr zwangsweise daran gebunden, dass man in eine Bibliothek gehen und sich dort durch viele unterschiedliche Werke arbeiten muss, um an die benötigten Informationen für ein Referat, eine Präsentation oder eine Prüfung zu gelangen.

 

Wikipedia und andere Wissensplattformen bieten scheinbare Fakten zu allerlei Themen an, wobei sich ein größerer Teil auch aus völlig belanglosen Themen zusammensetzt. Doch leider kann man auf das Wissen aus dem Internet nicht immer zu 100% vertrauen, da es praktisch keine wirksame Kontrolle gibt, die überprüft, ob veröffentlichte Informationen auch tatsächlich den wahren Begebenheiten entsprechen.

So kann das tolle Referat schnell zu einem Desaster werden, weil vielleicht falsche geschichtliche Zusammenhänge, Jahreszahlen oder Unwahrheiten aus dem Netz geholt wurden, doch wie soll man nun überprüfen, ob der Auslöser für den ersten Weltkrieg nun wirklich das Attentat auf den österreichisch-ungarischen Thronfolger Franz Ferdinand und seine Gemahlin war?

Wie auch jeder seriöse Lehrer raten wird, sollte man sich wenn möglich völlig von Informationen auf Wikipedia und Co. fern halten. Leider ist dies natürlich schon fast nicht mehr möglich, weshalb es unbedingt notwendig ist, dass man seine Quellen kontrolliert und gegebenenfalls mit unterschiedlichen anderen Quellen vergleicht, um so auf etwaige Unterschiede und Fehler zu kommen. Doch auch diese Quellen müssen nicht die tatsächlichen Fakten enthalten, weshalb man sich wirklich in jedem Fall dennoch in die Bibliothek begeben sollte.

Warum Informationen im Internet nicht zu 100% vertrauenswürdig sind liegt auf der Hand, denn bei Wikipedia kann jeder Nutzer Beiträge verfassen und bestehende Texte modifizieren. Wenngleich auch eine Kontrolle des Wissens vollzogen wird (ein Großteil davon auch von den eigenen Nutzern), so kann man sich nie vollkommen sicher sein. Leider verfassen auch jene Menschen Texte über Themen, die in den jeweiligen Wissensbereichen nicht ganz so sattelfest sind. Ein weiteres Problem sind beabsichtigte Manipulationen an Informationen und scheinbaren Tatsachen. So hat es sich in der Vergangenheit nicht nur einmal zugetragen, dass in verschiedenen Wahlkämpfen von den Kontrahenten gezielt versucht wurde, Profile und Fakten über das politische Gegenüber ins schlechte Licht zu rücken und im selben Atemzug Informationen über eigene Parteimitglieder zu glorifizieren. Dabei wird sehr geschickt formuliert und manipuliert.

Ein Leihe, der sich nicht wirklich mit den Daten und Informationen beschäftigt würde nie herausfinden, ob dieses oder jenes Profil nun echt ist oder leicht verfälscht. Noch „gefährlicher“, wenn man es so nennen kann, ist Wissen, welches in verschiedenen Foren verbreitet wird. Foren dienen ja als Diskussionsplattform für allerlei Themen und üblicherweise kann sich jeder nach der Registrierung dort den Gesprächen anschließen.

Man sollte auf keinen Fall Informationen blindlings vertrauen, die von einem fremden Nutzer verfasst wurden, denn anders als bei Wikipedia, wo zumindest ansatzweise überprüft und korrigiert wird, geschieht dies in Foren wenn überhaupt lediglich durch ergänzende Texte von anderen Nutzern, die möglicherweise mit dem vorhergegangenen Austausch von Informationen nicht einverstanden sind.


Einen Beleg dafür, dass die nachfolgenden Beiträge mehr Wahrheit und Tatsachen enthalten gibt es ebenso wenig. Letztendlich muss man sich auf seinen Verstand verlassen und gerade dort, wo die Korrektheit von Informationen unabdingbar ist den längeren Weg wählen und erhaltenes Wissen durch verlässliche Quellen auf seine Richtigkeit überprüfen, bevor man mit ihnen arbeitet. Vielleicht wird man beim Referat in der dritten Klasse noch ein Auge zudrücken können, im späteren Leben können solche Fahrlässigkeiten aber fatal enden.

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