Schulbildung in Deutschland nicht mehr das Maß aller Dinge?
geschrieben am 01-07-2010Seit Jahren wird in Deutschland diskutiert und diskutiert, welche Art von Schulbildung am sinnvollsten wäre und den Bildungsstandard erhöhen könnte?
Bisher erscheint es so, als würde es keinen einzigen sinnvollen Ansatz geben, da die Politik einfach nicht in der Lage ist, etwas gescheit zu planen und umzusetzen.
Dennoch möchte ich in diesem Artikel die Politik außen vorlassen, auch wenn sich ein Bestandteil der Schulbildung darstellt beziehungsweise darstellen sollte.
Die Schulbildung in Deutschland
Im Durchschnitt haben die meisten Bürger in diesem Land zehn bis 13 Jahre Schulbildung genossen und häufig folgt im Anschluss das Studium. Aufgeteilt ist die Schulbildung in Grundschule, Sekundarstufe 1 und Sekundarstufe 2.
Grundschule
In der Grundschule gibt es noch keine Spaltung der Schüler in Gut oder Schlecht, sondern alle Schüler einer Klasse teilen sich vier Jahre ein Klassenraum und knüpfen erste Freundschaften – lernen spielerisch das 1mal1 und weitere grundlegende Inhalte, die im weiteren Leben zum Einsatz kommen sollen/werden.
Sekundarstufe 1
Im Anschluss beginnt die Spaltung der Schüler in Gut oder Schlecht.
In diesem Fall muss ich es leider so drastisch ausdrücken, da bereits frühzeitig im Alter von rund zehn Jahren den Kindern klar gemacht wird, wo diese auf Dauer hingehören.
Sicherlich besteht die Chance das sich einige Schüler innerhalb der Orientierungszeit von Klasse fünf bis sechs noch steigern und somit von einer Hauptschule auf das Gymnasium wechseln können, aber seien wir doch mal ehrlich – wenn man eine Realschule oder Hauptschule besucht, passt man sich doch häufig den Gegebenheiten an, allein schon aus der Gewohnheit heraus.
Während der Sekundarstufe erfreut man sich an Fächern wie Religion und Philosophie, wo ich mich Beispielsweise stets gefragt habe, warum muss ich mich jede Woche mit einem Thema auseinander setzen, welches mich nicht Ansatzweise interessiert?
Und meinem Chef kann doch später auch egal sein, ob ich an Gott, Satan oder den Sandmann glaube – denn im Berufsleben interessiert nur meine Leistung und das daraus resultierende Ergebnis.
Sekundarstufe 2
Ziel der Sekundarstufe 2 ist eigentlich, dass erworbene Wissen aus der Sekundarstufe 1 zu erweitern und zu verdichten.
Immerhin hier hat man die Chance selbst zu wählen, welch Leistungsfächer man in Anspruch nehmen möchte.
Zum einen besteht die Möglichkeit sein Vollabitur an einem Gymnasium oder an einer Gesamtschule zu machen oder man kann auch seinen weiteren Bildungsgang an einem Berufskolleg fortsetzen – hier sollte man aber Wissen, was man eigentlich in Zukunft machen will, da ein Berufskolleg größtenteils abhängig von der geplanten Berufsrichtung ist.
Aber auch hier gilt es vorsichtig zu sein, da es nicht selten vorkommt, dass Schüler mehr Wissen als der Lehrer.
Probleme der Bildungsformen
Die Bildungsformen in Deutschland stehen sehr unter Druck und die Probleme sind eigentlich recht offensichtlich – es geht nicht darum, dass andere Länder bessere Fachkräfte ausbilden als Deutschland, den von jetzt auf gleich, kann man dies eh nicht mehr aufholen, sondern in erster Linie muss die Bildungsform langfristig zielgerichtet optimiert werden.
Sinnvollerweise sollten dabei mehr die Interessen der Schüler im Vordergrund stehen und die Unterrichtspläne individuell an die Schüler angepasst werden.
Damit will ich eigentlich nur Ausdrücken, dass zum Beispiel Klasse Fünf und Sechs dafür genutzt werden könnte, um den Schülern jedes Fach vorzustellen – damit später entschieden werden kann, wo liegen die Stärken und Interessen des Schülers.
Ich für meinen Teil hätte gern Religion gestrichen und im Gegenzug mehr Informatik gehabt oder anstatt von Chemie lieber mehr Physik oder Biologie in Anspruch genommen.
Sicherlich sollten nicht alle Fächer getauscht werden, sowohl Deutsch, Mathe und Englisch müssen ab Klasse Eins bis Zwölf bzw. Dreizehn Pflicht sein.
Natürlich lässt sich auch hier wieder darüber diskutieren, dass man das meiste im Zuge seines Lebens nicht braucht – aber auch wenn man keine Terme mehr auflösen muss, dann sollte man wenigstens Wissen was ein Term ist oder das ein Dreieck 180 Grad hat – denn diese Grundlagen wird man auch in anderen Bereichen benötigen.
Kleine oder große Schulklassen?
Immer wieder ist von der Diskussion zu hören, ob es sinnvoller ist kleine oder große Schulklassen zu haben – dabei liegt die Lösung auf der Hand: Kleine Schulklassen sind die einzige sinnvolle Lösung.
Ebenso wie die Lösung liegen auch die Vorteile auf der Hand. Ein Lehrer kann sich um Zwölf Schüler besser kümmern als um 36. Damit wäre dem Lehrer die Chance gegeben auf Schwächen von Schülern besser einzugehen, da für solch “Problem-Situationen” deutlich mehr Zeit vorhanden ist.
Leider obliegt das Problem dem Mangel an Lehrkräften, was nur daraus resultiert, dass viele Lehrkräfte ihren Abschluss in Deutschland machen und im Anschluss in ein anderes Land gehen, wo die Lehrbedingungen und Bezahlung angenehmer ist.
Ich habe kein Verständnis dafür, dass genau hier wieder gespart wird – den Wissen ist das höchste Gut, was ein Schüler erlangen kann und dieses Wissen wird ihn stets durch sein komplettes Leben begleiten.
Schauen wir uns eine Alternative an
In erster Linie stellen sich die sehr allgemeinen Fragen, was kann man überhaupt ändern und welche Alternativen zum jetzigen Bildungswesen sind möglich?
Gemeinschafts-Schule
Die einfachste Art der Schule wäre unabhängig von der Begabung und den Können der Schüler, die Klasse von Anfang bis Ende zusammen zu halten. Dabei entstehen aber die Probleme das begabte und weniger begabte Schüler nicht ausreichend betreut werden können. Das heißt, man muss sich nach dem Durchschnitt richten oder eben die anderen Schüler an die begabten Schüler heran bringen. Dies kann aber auch maximal durch Förder-Unterricht erreicht werden.
Aber im Endeffekt macht es keinen Sinn – Schüler zu Marionetten zu erziehen, die nichts anderes machen außer lernen und keine Freizeit mehr besitzen.
Nur weil dieses Prinzip in anderen Ländern einwandfrei funktioniert, muss es nicht bedeuten, dass es in Deutschland auch funktioniert – denn man muss bedenken, dass von Land zu Land die Menschen anders sind.
































